Firas, 30 Jahre, Syrien

Firas ist vor 6 Monaten nach Deutschland gekommen und nimmt seitdem jede Möglichkeit wahr, sich hier zu integrieren. „Ich mag an Passau besonders die netten Leute und die Universität, da sich viele Menschen hier für Flüchtlinge einsetzen“, erzählt er. Seitdem er in Deutschland angekommen ist, steht für ihn fest, dass er Deutsch lernen möchte. Er spricht sehr offen über das Leben, das er führt, seitdem er hier angekommen ist.

Stolz berichtet er mir, dass er sich neben seinem Deutschkurs auch zweimal die Woche mit Studenten trifft, die ihn nicht nur dabei unterstützen, Deutsch zu lernen, sondern denen er auch Arabisch beibringt: „Ich bin erstaunt, wie schnell sie lernen. Wenn sie Texte auf Arabisch schreiben, kann ich diese schon verstehen, was ziemlich beeindruckend ist, wenn man die arabischen Zeichen bedenkt.“

Sein Ziel ist es, mit den erworbenen Deutschkenntnissen seinen Master zu beenden, den er in Syrien begonnen hat. Dort hat er bereits vier Jahre als Landschaftsingenieur gearbeitet: „Ich habe Arbeiter dabei beaufsichtigt, wie sie die Wüstenlandschaften bepflanzt haben.“ Dementsprechend wäre es perfekt, wenn er sein arabisches Bachelorzertifikat in Deutschland anerkennen lassen und einen Master in dem Gebiet abschließen könnte. Er hofft, in Kontakt mit der Kiron University zu kommen, die Flüchtlinge für ein Studium in Deutschland vorbereitet. Nach dem Masterabschluss wäre natürlich sein Traum, wieder in dem Bereich arbeiten zu können.

Seine Mutter und Schwester sind noch in Syrien, während sein Bruder ebenfalls nach Deutschland geflüchtet ist und in einem Ort vor Stuttgart wohnt. „Eigentlich würde ich gerne zu meinem Bruder ziehen, allerdings hält dieser sich die meiste Zeit in einer arabischen Community auf. Wenn ich dorthin ziehe, dann ist es für mich viel schwieriger, Deutsch zu lernen als hier in Passau, wo ich die VHS besuche.“ Für das Masterstudium würde er allerdings sehr gerne nach München oder Stuttgart und somit in die Nähe seines Bruders ziehen – Mit dem Hintergedanken, dass sich seine Deutschkenntnisse bis dahin stark verbessert haben.

Auf die Frage, ob er gerne einmal zurück nach Syrien möchte, wenn der Krieg vorbei ist, antwortet er mit Bedauern: „Ich gehöre in Syrien zu einer Minderheit, da ich Christ bin. Alle Kirchen in meinem Heimatort sind zerstört und die komplette Community ist nach Europa geflüchtet.“ Aus dem Grunde kann er sich nicht vorstellen, wieder zurückzuziehen und bemüht sich dementsprechend besonders, in Deutschland Fuß zu fassen. Ich persönlich kann mir ihn als Arabisch-Lehrer auch sehr gut vorstellen, was in Zukunft eventuell ein gefragter Job sein wird 🙂

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