Habib, 19 Jahre, Afghanistan

„Ich liebe Passau, es ist wunderschön hier.“ Habib sitzt neben mir auf einer Bank und seine Augen leuchten, wenn er von seiner neuen Heimat in Niederbayern erzählt. Seit einem Jahr und drei Monaten sei er in Deutschland und es gehe ihm gut, sehr gut, wie er betont. „Zuerst habe ich Deutsch gelernt. Das war gar nicht so einfach.“ Auf meinen Einwand hin, es klappe doch schon beeindruckend gut, lächelt er verschämt und erwidert „ich kann noch besser werden“.

Seine positive Einstellung und sein Ehrgeiz hauen mich um. Zurzeit lernt Habib an der Berufsschule Sozialpfleger und pendelt jeden Tag 1,5 Stunden nach Vilshofen und nach Unterrichtsschluss die gleiche Stecke zurück. Nachmittags ist er als ehrenamtlicher Dolmetscher am Passauer Bahnhof im Einsatz, um dort die Bundespolizei und die freiwilligen Helfer in der Kommunikation mit den ankommenden Flüchtlingen zu unterstützen. Stolz zeigt er mir das amtliche Dokument der Bundespolizei, das ihn als Dolmetscher ausweist. Es war keine Frage für ihn, sich dort zu engagieren, wo seine Hilfe gebraucht wird.

Nächstes Jahr möchte er eine Ausbildung zum Kranken- oder Altenpfleger beginnen und ist schon auf der Suche nach passenden Stellen. Als er mir davon erzählt, huscht ein Ausdruck der Verzweiflung über sein Gesicht und er erklärt „meine Lehrerin hat mir gesagt, dass es auch wichtig für mich ist, Bayerisch zu lernen. Das ist wichtig, um in meinem zukünftigen Beruf besonders auch die alten Menschen verstehen zu können.“ Ich grinse breit und bin überzeugt davon, dass Habib auch das schaffen wird.

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